Vergiss nie, warum Du angefangen hast!

Wie das genau angefangen hat weiß ich gar nicht mehr. Das ist schon einige Jahre her. Ich war damals 16, als ich einfach aufgehört habe zu essen. Einen wirklichen Grund dafür hab ich nie gefunden. Ich habe Vermutungen, aber die sind nicht bestätigt. Ein Seelenklempner würde mir das wahrscheinlich erzählen, aber ich habe selbst Psychologie studiert, ich weiß was sie fragen um einen in eine bestimmte Richtung zu lenken. ZACK, da ist die Begründung, reden wir drüber und alles wird gut. Haha, sicher doch. Mit 17 haben meine Eltern, mehr oder weniger gemerkt, dass ich nicht mehr ganz so funktioniere wie sonst. Hat lange genug gedauert. Ich musste mich nach der Schule immer hinlegen, weil ich völlig fertig war. Hatte ständig Kopfschmerzen und schlechte Laune. Irgendwann ist mein Vater mal ausgetickt. Danach habe ich lange mit meiner Mutter darüber gesprochen und irgendwie haben wir es geschafft mich da rauszuholen. Bis ich irgendwann wieder schön rund war und so funktioniert habe, wie es allen am besten passt... Ich hatte immer eine schöne Kindheit, aber das ist leider nicht immer alles... Ich bin mit 19 ausgezogen und hatte mit 20 einen Rückfall. Mit Hilfe meiner Eltern hab ich auch diese Phase wieder überstanden. Bis ich wieder schön rund war und funktionierte... Inzwischen bin ich 23. Und in meinem Kopf ist alles durcheinander. Rückfall Nummer 2. Diesmal aber ein stiller. Vielleicht will ich gar nicht geheilt werden, vielleicht will ich meine eigene kleine Welt haben, über die nur ich bestimme. Über die ich die ganze Macht habe, und wenn ich sie mal verliere, dann bin ich selber Schuld. Und wenn ich mal falle, dann fange ich mich wieder auf. Mein Save Haven. Nein, ich glaube den will ich wirklich nicht verlieren. Im Griff haben. Aber ihn nicht aufgeben. Im Grunde glaube ich, dass wenn man einmal so eine Krankheit hat, man sie eh nie ganz wieder los wird. Es steckt in einem, ob man will oder nicht. Irgendwann kommt irgendwer und sagt irgendwas, und schon bist Du wieder ganz unten, ohne, dass Du das vielleicht wolltest, und obwohl Du dachtest, Du wärst da längst raus. Nein. Es steckt in Dir. Für immer. Es steckt in mir. Und so ist es wohl meine Sache, wie ich damit umgehe. Bewusst, und koordiniert, oder unstrukturiert und zerstörerisch. Es ist wie es ist....